Die Architektur in Graubünden ist derzeit stark im Umbruch. Eine jüngere Generation arbeitet intensiv an ihrem Werk und positioniert sich mit innovativen Projekten inner- und außerhalb des Kantons.

Die einzelnen Architekten unterscheiden sich relativ stark in ihren architektonischen Haltungen. Doch widerspiegelt dies auch die starken wirtschaftlichen, regionalen, aber auch kulturellen Unterschiede im Kanton Graubünden.
Damit in abgelegenen oder finanziell schwächeren Regionen ein Gebäude erstellt werden kann, muss mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen anders umgegangen werden. Nur schon die längeren Anfahrtswege ändern das wirtschaftliche System und es macht ökonomisch Sinn, mit den lokal vorhandenen Materialen und Handwerkern zu arbeiten. Die beiden Architekten Ramun Capaul und Gordian Blumenthal engagieren sich in ihren Projekten stark für den jeweiligen Ort. Sie verstehen ihre Projekte als kulturelle Auseinandersetzung mit dem Ort und den dort lebenden Menschen. So entwickelten sie bei ihrem in Stampflehm ausgekleideten Cinema Sil Plaz in Ilanz (2010) ein präzises Bauwerk, das in Ilanz ein neues soziales Zentrum schafft. Das Kino ist von einer derart hohen architektonischen Qualität, dass selbst bis nach Chur für Kino und Konzerte kein derartiger Raum zu finden ist. (aus Räumliche Strukturen, Junge Architektur in Graubunden, text Daniel E Walser)

Gordian Blumenthal, Jahrgang 1967, und Ramun Capaul, Jahrgang 1969, diplomierten an der ETH Zürich. 2000 gründeten sie ihr gemeinsames Büro in Ilanz.

Zu ihren Arbeiten gehören der Umbau der Casa da Meer in Lumbrein, das Cinema Sil Plaz in Ilanz und die Restaurierung des Türalihus in Valendas.
Zu ihren Erfolgen zählen unter anderem der Swiss Art Award 2008, der Hase in Gold 2010, der Architekturpreis „Farbe – Struktur – Oberfläche“ der Caparol GmbH, der Schweizer Architektur Award 2014 und der Hase in Bronze für Architektur 2014. 9

9 hs-owl.de (Hochschule Ostwestfalen-Lippe)


Ort: Raum 1180 - 1.OG, Hauptgebäude, Treppenhaus Süd
Zeit: 19 Uhr